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MOBILE COMPUTING NOW AND THEN

1985 trug ich meinen ersten „mobilen Computer“ wie einen Werkzeugkoffer. Heute passt mein ganzes Setup in eine Hand, und das MacBook bleibt zuhause.

1985 wog mein erster „mobiler Computer“ so viel wie ein gut gefüllter Werkzeugkoffer, und genau so trug ich ihn auch. Ein Compaq Portable, oder ein Nachbau davon (nach vierzig Jahren will ich mich da nicht mehr festnageln lassen), mit einem handtellergrossen Grünmonitor, zwei Floppy-Laufwerken und einer Tastatur, die man vorne abnahm und die zugleich als Deckel diente. Mobil war daran vor allem, dass man ihn überhaupt bewegen konnte. Man trug das Gerät zum Schreibtisch, nicht in die Welt hinaus, und wer damit reiste, reiste mit einem Griff in der Hand und einer gewissen Entschlossenheit im Rücken.

Heute sieht mein mobiles Setup so aus: ein iPad. Kein Notebook, kein zweites Display, kein Koffer. Wenn ich auf einen Camper-Trip gehe, bleibt das MacBook zuhause auf dem Schreibtisch, wo es sich vermutlich weniger einsam fühlt, als ich es mir ausmale.

Das funktioniert, weil das Bauen längst nicht mehr auf dem Gerät passiert, das ich in der Hand halte. Ich gebe die Befehle über Claude Code oder Codex, das mit meinen Git-Repositories arbeitet, und der Rest geschieht woanders. Bei einem Swift-Projekt genügt ein Commit auf den richtigen Branch: Xcode Cloud baut, archiviert und verteilt die App ins interne TestFlight, das die neueste Variante von selbst auf mein iPad zieht. Bei Python committe ich auf einen Arbeits-Branch und lasse das Ganze vom mobilen Terminal aus auf meinem VPS via Docker bauen und starten. Ist es eine API oder eine Website wie puco.ch oder aiia.li, prüfe ich das Ergebnis bequem im Browser. Neue Idee, ein paar Minuten, egal wo ich gerade sitze.

Da ist die kleine Umkehrung, die mich an dem Ganzen eigentlich interessiert. 1985 hiess mobil sein: die Maschine tragen. Heute heisst es: die Maschine zuhause lassen. Das iPad wiegt keine vierhundert Gramm, der Compaq gefühlt seine zwanzig Kilo, aber der eigentliche Unterschied ist nicht das Gewicht, sondern dass ich das Gerät gar nicht mehr dabeihaben muss. Das Schwere ist ins Netz gewandert, und was bleibt, passt in eine Hand. Über die vierzig Jahre ist, ehrlich gesagt, nur eines schwerer geworden, und das bin ich.

Ich weiss natürlich, dass ich den letzten Handgriff auch noch automatisieren könnte. Ein bisschen GitHub Actions, und der VPS würde sich den neuen Stand selbst holen, bauen und starten, ganz ohne mich und mein Terminal. Aber irgendetwas muss man sich für morgen ja aufheben. Den Compaq habe ich vor langer Zeit abgestellt und nie vermisst; den kurzen Moment aber, in dem ich den Build von Hand anstosse und zusehe, wie er durchläuft, den behalte ich mir, solange es geht. Es ist das letzte Stück Handwerk in einer Kette, die sonst vollständig von selbst läuft.

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