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Der Prompt, der sich selbst aus dem Dienst redete
Ich habe in PUCO einen Prompt für die Aktienanalyse gebaut und mich dann gefragt, welcher Teil davon eigentlich ein Modell braucht. Die ehrliche Antwort lautete: keiner — also hat er mir, aus demselben Prompt heraus, eine schlichte dockerisierte FastAPI-App geschrieben, die mit null Tokens läuft.
Manchmal ist das Nützlichste, was ein Prompt tut, dir zu zeigen, dass du den Prompt gar nicht gebraucht hättest.
Ich habe in PUCO (puco.app) einen gebaut, der Aktien und ETFs analysiert — du tippst ein Tickersymbol ein, und heraus kommt eine saubere Aufschlüsselung. Für den gelegentlichen Blick ist das wirklich gut. Aber sobald ich ein paar Titel hintereinander durchgegangen bin, wurden zwei Dinge klar: es kostet Tokens (am Ende vernachlässigbar) und, vor allem, es ist langsam.
Der Teil, der kein Modell brauchte
Also habe ich mich gefragt, welcher Teil dieses Prompts überhaupt ein Modell braucht. Ich habe es mit ChatGPT durchgesprochen, und die Antwort war ein wenig ernüchternd: keiner. Das Modell hat nichts analysiert. Es hat deterministische Daten geholt, sie aggregiert und das Ergebnis in eine HTML-Seite gegossen. Ehrliche Arbeit, aber keine, die Intelligenz verlangt.
Also habe ich das Naheliegende getan, aus genau demselben Prompt heraus: Ich habe ihn gebeten, mir das Ganze ohne KI zu bauen — Python, dockerisiert, deterministisch. Zurück kam eine kleine FastAPI-App. Und weil jeder PUCO-Prompt eine Zielsprachen-Anweisung mitführt, kam die App bereits für die ganze Schweiz lokalisiert an (Deutsch, Französisch, Italienisch — und, für den Rest von uns, Englisch).
Sie ist schnell, sie ist dynamisch, und sie verbraucht pro Durchlauf exakt null Tokens.
Prompts führen zur Idee, nicht zum fertigen Produkt
Die Lektion, die ich immer wieder neu lerne: Prompts sind hervorragend darin, dich zu einer Idee zu bringen. Sie sind nicht immer das, was du am Ende auslieferst. Nutze KI für den kreativen Teil — den, bei dem du noch nicht weisst, was du willst — und bau es dann, wenn du es weisst, auf die langweilige konventionelle Art.
Und vielleicht ist das auch das stille Argument für PUCO. Nicht jeder braucht eine Prompt-Datenbank. Aber ein guter Prompt, den du selbst nie geschrieben hättest — einer, der ganz von ausserhalb deiner eigenen Themen kommt — kann dich trotzdem irgendwohin Nützliches schicken. Genau darin ist PUCO, jetzt auch im Web, ziemlich gut: dir einen Ausgangspunkt zu geben, von dem du nicht wusstest, dass du ihn gesucht hast, und dich sehen zu lassen, was möglich ist, bevor du entscheidest, ob es das Behalten wert ist.
Wo ziehst du die Grenze — KI fürs Denken, schlichter Code fürs Laufen?