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Der Prompt ist tot, es lebe der Prompt
Die Begriffe wechseln im Halbjahrestakt. Unter jedem Agenten liegt dieselbe unspektakuläre Sache: ein gut geschriebener Prompt, der selbst entscheidet, welches Werkzeug er als Nächstes greift.
Man hat den Prompt für tot erklärt und ihm danach einfach neue Namen gegeben.
Agent, Skill, Workflow, Tool-Use – die Begriffe wechseln im Halbjahrestakt, und über jeden gibt es inzwischen ein Dutzend Definitionen, die sich höflich widersprechen. Darunter liegt jedes Mal dieselbe Sache: ein Prompt, der selbst entscheidet, welches Werkzeug er als Nächstes greift und woher er seine Eingaben holt. Web-Suche, eine Berechnung, ein Datenbankzugriff – was davon nötig ist, sucht der Prompt sich aus. Das ist der ganze Unterschied zwischen einem Agenten und einem Chatfenster.
Der Rest ist die Frage, wie so ein Prompt überhaupt in Gang kommt, und da gibt es nicht mehr als eine Handvoll Wege. Das Diagramm oben zeigt sechs davon. Jemand tippt etwas ein. Ein anderes System ruft ihn über eine Schnittstelle auf. Ein Zeitplan startet ihn nachts um drei, ohne dass jemand zusieht. Eine neue Datei taucht in einem Ordner auf. Eine Nachricht landet in einer Queue. Oder ein Mensch gibt frei, bevor der nächste Schritt passiert.
Was bleibt, ist erstaunlich unspektakulär. Der grösste Teil dieser Agenten wird in Python gebaut, mit Bibliotheken, die es seit Jahren gibt, und der eigentliche Kern ist ein gut geschriebener Prompt. Der König ist tot, es lebe der König – nur dass der neue König verdächtig aussieht wie der alte.