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Das nächste Bild: Warum KI nicht das Ende des Handwerks bedeutet

Jede Generation glaubt, dass neue Werkzeuge das Ende des echten Handwerks einläuten. Die Geschichte zeigt: Die Werkzeuge ändern sich, aber der Kern des Handwerks verlagert sich nur.

Das nächste Bild: Warum KI nicht das Ende des Handwerks bedeutet

Jede Generation ist fest davon überzeugt, das Ende des echten Handwerks miterlebt zu haben. Keine davon hatte recht.

Es macht gerade ein Cartoon die Runde: Ein Höhlenmensch schimpft mit dem Mann, der es wagt, auf einem Pferd zu reiten, anstatt zu Fuß zu gehen; ein Kutschenfahrer schüttelt die Faust gegen das erste Automobil; ein Mönch blickt grimmig auf die Druckerpresse; ein Ingenieuräugt auf einen Taschenrechner, als wäre er eine Form von Betrug; ein Vater blinzelt auf einen Bildschirm, den sein Kind völlig gedankenlos bedient. Sechs Bilder, dieselbe Szene, ein paar tausend Jahre auseinander.

Das letzte Bild zeigt einen Entwickler, umgeben von Energy-Drinks, der wütend auf den Kollegen in der Hängematte starrt, der einfach die Tools die Arbeit machen lässt. Das sind wir. Genau jetzt.


Das Muster des Widerstands

Was mich daran fasziniert, ist, dass keiner dieser Nörgler dumm war. Der Mönch hatte recht damit, dass die Druckerpresse etwas verflachen würde – die Geduld, die individuelle Handschrift, die Jahre, die es brauchte, um ein Meister im Kopieren zu werden. Er lag nur mit seinem Urteil falsch. Die Presse hat das Schreiben nicht getötet; sie hat den Teil, auf den es wirklich ankommt, an einen anderen Ort verlagert. Und die Leute, die erkannten, wohin er gewandert ist, kamen bestens zurecht.

Der Taschenrechner hat das Rechnen ebenfalls nicht wertlos gemacht. Er hat die Frage „Was versuchst du eigentlich zu berechnen?“ zum eigentlichen Job gemacht.

Wo stehen wir?

Wenn ich also sehe, wie jemand die langweiligen 80 Prozent an einen KI-Agenten übergibt, versuche ich, nicht der Mann mit dem Taschenrechner zu sein, der es Betrug nennt. Nicht, weil Widerstand per se falsch wäre. Es ist nur so, dass die Verweigerer zwar immer im aktuellen Bild zu sehen sind, aber niemals im nächsten.

Das Unangenehme daran ist: Ich kann mir selbst nicht sicher sein, in welchem Bild ich gerade stehe. Niemand in diesem Cartoon konnte das.

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